Rahmenbedingungen zur Krankenbeihilfe

Ab Beginn Deines Vorbereitungsdienstes erhälst Du über das jeweilige Bundesland eine 50%-ige Krankenbeihilfe

zu Deiner privaten Krankenversicherung. (Im Bundesland Sachsen erhälst Du keine Beihilfe)

 

Dadurch können viele Fragen entstehen, welche wir auf dieser Seite klären wollen. Was dies für Dich bedeutet:

​Die 3 meist gestellten Fragen:

 

1. Was bedeutet es eine 50%-ige Krankenbeihilfe von meinem Bundesland zu erhalten?

Du bist über das jeweilige Bundesland zu 50% krankenversichert und die restlichen 50% kannst Du mit einer privaten Krankenversicherung abdecken, damit Du auf einen 100%-igen Krankenversicherungsschutz kommst, welcher in Deutschland vorgeschrieben ist. Der Beitrag für die Private Krankenversicherung während Deines Referendariats bewegt sich in der Regel zwischen 55 und 90 Euro. Nach Deinem Referendariat erhöht sich jedoch Dein Beitrag in der privaten Krankenversicherung, da die Beiträge während Deiner Ausbildungszeit rabattiert sind.

Nach Deinem Referendariat wird sich Dein Monatsbeitrag zwischen 220 - 350 Euro bewegen.

2. Könnte ich auch gesetzlich Krankenversichert bleiben?

Ja, Du könntest auch zu 100% gesetzlich Krankenversichert bleiben. In diesem Fall würdest Du aber die gesetzliche Krankenversicherung zu 100% alleine tragen, was dann bei deutlich schlechteren Leistungen einen monatlichen Beitrag zwischen 160 - 210 Euro ausmacht. Nach Deinem Referendariat würde Dein Beitrag dann bei ca. 430 Euro monatlich liegen und Du wärst dann immer noch deutlich schlechter versichert wie in der privaten Krankenversicherung.

3. Welche Unterschiede bestehen zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenkasse?

gesetzliche Krankenversicherung:

Die gesetzliche Krankenkasse ist auf dem Solidaritätsprinzip aufgebaut. Dies bedeutet, dass Du 14,6% von Deinem Bruttoverdienst an die gesetzliche Krankenversicherung bezahlen musst. Die ärztliche Grundversorgung ist garantiert. Die Grundversorgung wurde in den Vergangenheit immer weiter reduziert, wie zum Beispiel im Brillen- oder Zahnbereich. Deine eingezahlten Beiträge werden unmittelbar zur Leistungserbringung verbraucht. Das heißt, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung keine Altersrückstellungen gebildet werden.

=> Gefahr der Kostenexplosion in der Zukunft (Problem der Demographie)

private Krankenversicherung:

In der privaten Krankenversicherung gibt es das Äquivalenzprinzip. Das heißt, dass sich Dein Beitrag individuell je nach Deinem gewählten Tarif, an Deinem Eintrittsalter und an Deinem Gesundheitszustand bemisst.

Du hast freie Gestaltung im Leistungsumfang und kannst diesen jederzeit individuell anpassen. Dein Beitrag ist einkommensunabhängig. Wenn Dein Einkommen steigt, bleibt Dein Beitrag in der privaten Krankenversicherung davon unberührt. Deine Leistungen sind tariflich garantiert und werden nicht reduziert, es gibt keine staatlichen Eingriffe in den Leistungsumfang. Darüber hinaus werden in der privaten Krankenversicherung zusätzlich Altersrückstellungen gebildet. Bei guter Versicherung sogar bis zu 40 % von Deinem monatlichen Beitrag. Dies bedeut, dass Deine Beiträge im Alter tendenziell stabil bleiben.

Bezahlung Deiner Arztrechnung:

In der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlst Du mit Deiner Versichertenkarte. In der privaten Krankenversicherung erhälst Du dahingegen vom Arzt eine Rechnung. Diese kannst Du dann an Deine private Krankenversicherung weiterleiten. Daraufhin bekommst Du von Deiner privaten Krankenversicherung den Rechnungsbetrag zu 50% erstattet. Die anderen 50% Deiner Arztrechnung erhälst Du von Deiner Landesbeihilfe.

Familienmitglieder:

In der gesetzlichen Krankenkasse sind zum Beispiel die Kinder beitragsfrei mitversichert, in der privaten Krankenversicherung muss jedes Familienmitglied einen Beitrag bezahlen.

Zahl der Mitglieder:

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind in Deutschland ca. 70 Millionen Menschen versichert, in der privaten Krankenversicherung sind es ca. 9 Millionen Menschen.

​Im stationären Bereich:

In der privaten Krankenversicherung hast Du freie Krankenhaus-Wahl und Du kannst Dein Ein-Bett-Zimmer genießen oder den Chefarzt in Anspruch nehmen.

In der GKV hast Du nur Anspruch auf ein Mehrbettzimmer und den Belegarzt, welcher gerade Dienst hat.

Zahnbereich:

Im Zahnbereich sollte die private Krankversicherung keine Wünsche offen lassen, aber es gibt Tarife, bei denen im Kleingedruckten Höchstsätze pro Jahr festgeschrieben sind.

Hier ist besondere Vorsicht geboten, zumal die Inflation in den kommenden 40 Jahren ihr Übriges dazu tun kann!

In der gesetzlichen Krankenversicherung musst Du circa 75 % von der Zahnarztrechnung aus eigener Tasche bezahlen, bei größeren Zahnreparaturen kann das durchaus einen Rechnungbetrag zwischen 10.000 und 25.000 € bedeuten.

weitere Leistungsvorteile der privaten Krankenkasse:

+ Sehhilfen (Brille und Kontaktlinsen)

+ Heilpraktiker

+ und vieles mehr

Im Bundesland Baden-Württemberg gelten besondere Rahmenbedingungen zur Krankenbeihilfe. Erfahre mehr darüber.

Letztes Update: 26.09.2019

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